| Jäger erschießt Hund Teil II |
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Nachtrag zu untenstehenden Artikel Jäger erschießt Hund
Quelle: Südwest-Presse Ulm vom 4.06.2010: Langenau/Ulm. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen einen Langenauer Jäger eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, einen Hund erschossen zu haben. Wolfgang Zieher, der Leitende Oberstaatsanwalt in Ulm, hat eine sehr dünne Akte in den Händen. Sie betrifft die Anzeige eines Langenauer Ehepaares gegen einen Jäger aus der Naustadt. Der Mann soll Anfang dieses Jahres den Hund des Ehepaares erschossen haben (wir berichteten). "Es bestand kein öffentliches Interesse, den Fall vor Gericht zu bringen, da keine Tierquälerei vorlag", stellt Zieher fest. Aus diesem Grund wurde das Strafverfahren eingestellt, der Sachverhalt ans Landratsamt weitergeleitet. Die Behörde hatte zu prüfen, ob eine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Und tatsächlich: Das Landratsamt hat gegen den Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein Bußgeld verhängt. Der Langenauer behalte aber seinen Jagdschein, sagt Max Hunger vom Fachdienst Forst und Naturschutz. Die Jagderlaubnis werde erst eingezogen, wenn die Geldbuße 60 Tagessätze oder mehr umfasst. Wie viele Tagessätze der beschuldigte Jäger bezahlen muss, sagt Hunger nicht. In der Angelegenheit hatte sich auch die Langenau Stadtverwaltung beim Landratsamt gemeldet, obwohl diese bei Jagdangelegenheiten nicht zuständig ist. "Den Schriftverkehr hat der Bürgermeister persönlich geführt", sagt Hans Frowein, Leiter des Ordnungsamts. Das Langenauer Ehepaar, dessen Hund getötet wurde, ist enttäuscht von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft und will diese nicht hinnehmen. "Wir machen weiter", erklärt die Frau. Enttäuscht seien sie auch deshalb, weil die Staatsanwaltschaft ihrem Anwalt gegenüber erklärt habe, den Fall weiter verfolgen zu wollen. Dies sei aber nicht geschehen: "Ich bin ein bisschen schockiert," erklärt die Frau, die in der Nachbarschaft des Jägers wohnt. Der Mischlingshund war im Januar bei einem Spaziergang verschwunden, nachdem ihn der Ehemann von der Leine gelassen hatte. Das Tier setzte wohl einem Reh nach. Weil die Suche ergebnislos verlief, informierte das Ehepaar den Jäger. Zu diesem Zeitpunkt war der Hund wohl schon tot - von insgesamt 94 Schrotkugeln getroffen, wie sich später herausstellte. Der Jäger habe sich zunächst völlig ahnungslos gegeben, schilderte das Ehepaar später. Die Frau traf dann einen Zeugen, der wiederum von dem Jäger nach einem streunenden Hund gefragt worden war. Von der Hundebesitzerin mit dieser Information konfrontiert, gab der Jäger zu, das Tier erschossen zu haben. Wo der Kadaver sei, wollte er aber nicht sagen. Das Ehepaar erhielt einige Stunden später einen Anruf, in dem ein Mann erklärte, er habe den toten Hund im Hof abgeladen. Dort lag der Kadaver dann tatsächlich. Das Ehepaar hat sich bis heute keinen neuen Hund angeschafft. "Das müssen wir immer noch verarbeiten", sagt die Frau. "Das kommt ja immer wieder hoch."
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